Elgonkönigin

Heute kam mit der Post meine erste Elgonkönigin, eine Zuchtrichtung aus der Buckfastlinie, soweit ich weiß. Diese Biene zeichnet sich dadurch aus, dass sie angeblich eine größere Varroaresistenz hat und dass sie mit kleineren Wabenzellen zurechtkommt. Der Kauf dieser Königin widerspricht zwar meinem Landbienenprojekt, aber wer meine Texte aus meinem Imkerforum „Projekt Landbiene“ kennt, weiß, dass ich Varroaresistenz als oberste Priorität gesetzt habe. Erst danach kommt das „Projekt Landbiene“ und die Wiedereinführung der Nordbiene.

Ich teilte also mein stärkstes Volk, das noch auf 3 Zargen saß. Der Ableger kam in eine zweizargie Kunststoffbeute mit je 6 Waben: Honig, Pollen und Leerwaben zum Stiften. Brut gab ich keine. Da die Bienen in dieser Jahreszeit keine Mittelwände mehr ausbauen, gab ich normale Leerwaben mit der Zellengröße 5,4 mm, statt der geplanten 5,1mm- Zellen, die ich ab nächstes Jahr geben werde.

Ich brachte den Ableger auf einen externen Stand und setzte die Königin in einem Zusetzkäfig ein. Morgen Vormittag werde ich sie aus dem Käfig befreien, falls sie noch nicht von den Bienen befreit wurde.

Das „Muttervolk“, das vor einigen Wochen noch eine komplett volle Honigzarge hatte, hatte nur noch 6 volle Honigwaben, sodass jedes Volk – Muttervolk und Ableger, nur 3 volle Honigwaben bekam. Ich muss leider einige Kanister ApiInvert nachkaufen. Mein Ziel, die Bienen ganz auf Honig zu überwintern, kann ich dieses Jahr nicht erreichen, obwohl ich nur 25 kg Rapshonig von 5 Völkern geerntet habe und jedem Volk mindestens 5 kg Honig beließ. Allerdings habe ich noch ein paar Eimer Althonig von vor 5 Jahren, beste Qualität, aber wohl unverkäuflich. Er steht jeden Morgen bei mir auf dem Frühstückstisch. Ein paar Kilo dieses Honigs kann ich noch verfüttern. Ich habe ja noch genug jüngeren Honig vom Vorjahr und dieses Jahres.

Seit heute bin ich also „Bienenvater“ von 11 Völkern. Alle Völker sitzen derzeit auf mehr als 5 kg Honig, und es wird täglich weniger. Morgen werde ich Futter kaufen gehen. Es blüht ja nichts mehr! Als ich gestern meine alten Einträge las, musste ich feststellen, dass es früher um dieser Jahreszeit noch reichlich Weißklee gab. Ausgestorben! Die Bauern bringen so viel Gülle auf ihre Wiesen, dass alles außer Gras stirbt. Hie und da blüht noch ein Weidenröschen. Das war’s dann auch schon. Eine Katastrophe!

3 meiner nun 11 Völker haben Probleme mit den Milben. Ich zähle täglich die auf die Bodenbretter gefallenen Milben, und bei 3 Völkern wird die Schadschwelle von 5 Milben überschritten. Beim Volk, das ich gestern mit Milchsäure behandelte, fielen heute 250 Milben. Bei diesem Volk gibt es die „Verkrüppelte-Flügel-Krankheit“. Mehr als 100 beschädigte Bienen wurden ausgeräumt. Die beiden anderen Völker zeigen noch keine Krankheitssymptome.

Ich behandele ausschließlich mit Milchsäure, und zwar alle 5 Tage, solange die Schadschwelle von 5 Milben täglich nicht unterschritten wird.

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Wiederbelebung

Mein altes Imkertagebuch! Beinahe vergessen! Es soll nun nebst meinem Imkerforum „Projekt Landbiene“ wieder aktiviert werden. Ich hatte damals das Problem, beide Webseiten thematisch nicht richtig trennen zu können. Soll ich einen Artikel ins Forum oder ins Tagebuch schreiben? Am Ende schrieb ich nur noch ins Forum. Seit heute ist mir jedoch eine klare Differenzierung für beide Seiten eingefallen: Ins Forum kommen theoretische und praktische Artikel, die die Suche nach GRUNDSÄTZLICHEN Lösungen beschreiben. Da wären zu nennen die beste Betriebsweise, die Erlangung von Varroaresistenz meiner Bienen, interessante externe Links, Thema Landbienenhaltung, Geschichte und Gegenwart der Dunklen Biene usw.. Ins Tagebuch kommen meine täglichen Arbeiten und Beobachtungen hinein, die das Forum bloß überlasten würden.

In diesem Tagebuch möchte ich auch meine einzelnen Völker vorstellen. Geht das? – Ich will’s euch zeigen, dass es geht! Jedes Volk hat seinen eigenen Charakter!

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Varroabekämpfung und Anderes

Am 26.6. erntete ich den letzten Honig von den Völkern im Garten. Da es für die Bienen nichts mehr zu Sammeln gab, erntete ich von den Gartenvölkern nur jeweils 4 bis 6 Honigwaben; der Rest verblieb als Futterreserve im Volk. Heute kam endlich das bestellte Futter, und ich machte mich daran, nun auch die Völker an den externen Ständen abzuenten und einzufüttern. Andere Imker hatten mich bereits vorgewarnt: Der Honig sei so zäh, dass er kaum aus den Waben gehe. Als ich die ersten Waben in Händen hielt und diese unglaubhlich zähe Masse in den Zellen sah, verzichtete ich kurzentschlossen auf Schleuderversuche. Sollen die Bienen ihren Homig behalten. Mit meinen 86 kg Sommertracht bin ich besser dran, als jene Imker, die mit Müh und Not ein paar Kilo Spättracht aus den Waben schleudern.

Zwischen dem 15.7 bis zum 22.7. habe ich von 8 Völkern Zwischenbodenableger zur Varroabekämpfung gemacht. Die halb mit Honig gefüllten Honigzargen kamen auf das Bodenbrett, 2 bienenbesetzte Pollenwaben und 3 Leerwaben dazu, Königin rein und von 2 – 3 weiteren WAben Bienen hineingefegt und Plastikfolie drauf. Dieses Volk kann nun ohne medikamenelle Behandlung überweintern. Alle restlichen Waben – Brutwaben, Pollenwaben, Honigwaben falls vorhanden, kamen auf die Folie. Deckel drauf. Der obere Volksteil ist nun weisellos. Die Brut läuft aus, und da es bald keine Brut mehr gibt, die verdeckelt werden könnte, sterben die Milben, ohne Nachkommen zeugen zu können. So wird auch dieser Volksteil entmilbt.

Es gibt allerdings Kritiker, die nicht glauben, dass der obere Volksteil entmilbt wird. Sie bevorzugen die Entmilbung des oberen Teils mit Ameisensäure – nicht zuletzt, weil sie ihn als Milbenschleuder ansehen, der die gesunden Volksteile reinfizierren könnte.

Ich werde wohl beides ausprobieren.

Da ich einige Völker habe, die im Juni bereits längere Zeit weisellos waren  und dadurch kaum Milben aufweisen, werde ich sie vorerst gar nicht behandeln.  Erst wenn jede 10. Biene auf der Wabe eine Milbe trägt, werde ich etwas unternehmen (Tipp von Dr. Büchler).

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Letzte Beobachtungen

Wer mein Forum „Projekt Landbiene“ kennt, weiß, dass ich zu den Varroamilbenzählern gehöre. Bei 2 Völkern im Garten zählte ich seit Wochen die meisten Milben, zuletzt über 20 täglich auf der Windel. Bevor diese Völker die anderen infizieren, wollte ich diese beiden mit AS behandeln und entweiseln, um die Generationenfolge zu beschleunigen (Teil meiner Methode). Die Honigräume hätte ich dann (bienenfrei) auf andere Völker verteilt. Bevor ich zur Tat schritt, verschaffte ich mir einen Überblick über die Völker. Die HR waren gut gefüllt; es befand sich viel Brut in allen Stadien in den Waben – und, was mir dann auffiel – ich fand keine einzige auf Bienen aufsitzende Milbe! Auch die Brutfelder waren in Ordnung: keine negativen Auffälligkeiten!
Mir kam die Idee, dass ich möglicherweise die hohen Milbenzahlen auf den Windeln falsch interpretiert haben könnte. Möglicherweise bedeuten sie eine erfolgreiche Milbenbekämpfung seitens der Bienen! – Ich machte die Bienenkästen wieder zu und harre der Dinge…

Leider wurden gestern die letzten großen Wiesen, auf denen viel Klee blühte, gemäht. Ende der Kleetracht. Jetzt haben die Bienen nur noch den Raps. Der Raps wurde ja aufgrund einer 2-monatigen Trockenheit in seiner Entwicklung mitten in der Blütezeit unterbrochen. Die relativ wenigen Schoten wurden halbwegs notreif . Dann kam endlich der Regen und der Raps schlug wieder aus und hat nun eine zweite Blüte. Die droht allerdings auch schon wieder am Stengel zu vertrockenen.

Die Geteidefelder sind ebenfalls wieder ausgeschlagen. Zwischen gelben, z.T. notreifen Ähren befinden sich nun grüne Sprossen, die sich erst noch zu Ähren entfalten wollen. Besonders die ehemals verdorrten Teile des Feldes sind nun wieder grün: Grüne Inseln im Gelben Meer! Ich glaube kaum, dass es die Bauern freut. Wenn sie mit der Ernte warten, bis die jungen Ähren reif sind, sind die alten am Stengel entweder schon wieder ausgeschlagen oder verfault.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Endlich Regen

April und Mai waren fast ohne Regen. Beim Raps vertrockneten bei Halbzeit seiner Blüte die gelben Blüten am Stengel, sodass die Felder schön gelb erschienen, aber für den Bien völlig wertlos waren. Bei einem kurzen Regenschauer am 30. Mai wurde die gelbe Pracht binnen weniger Minuten weggespült und die Rapsfelder waren mit einem Schlag grün.

Trotz der Trockenheit haben die Bienen eine Rekordernte ermöglicht: 346 kg von 17 Völkern. Der Honigernte folgten mindestens 2 Wochen Trachtlosigkeit, bis in der ersten oder 2. Juniwoche endlich der Regen einsetzte und die Brombeere, Wiesenscabiose, Kornblume, Flockenblume und Klatschmohn blühten. Bienen fand ich jedoch ausschließlich auf der Brombeere. Vom Weißklee war nichts zu sehen. Ich fürchtete um meine 2. Honigernte.

Seit gestern regnet es fast ohne Pause. Heute entdeckte ich bei einem Spaziergang im Dauerregen, dass nun doch großflächig der Weißklee blüht. Auch die Linde hat zu blühen begonnen. Fall es jetzt wieder trocken wird, gibt es wohl doch noch Sommerblütenhonig.

Bei Volk 21 müsste um den 24.6. die Jungkönigin in Eilage gehen. Volk 23 muss ich die Tage auf Weiselrichtigkeit prüfen. Ich konnte vor fast einer Woche keine Brut finden und hängte eine Testwabe mit Stiften hinein.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Neuanfang?

Ich gebe zu, dieses Tagebuch vernachlässigt zu haben. Ich beschäftige mich mehr mit dem weniger aktuellen, dafür grundsätzlicheren, „Projekt Landbiene“, einem Forum, in dem ich für die Wiedereinführung der Landbienenhaltung kämpfe und mich außerdem bemühe, eine varroaresistente Biene zu „züchten“.

In diesem Forum gibt es die Sparte „Meine Betriebsweise“. Hier versuche ich alles Wissen, das ich über Bienen und bienengemäßes Imkern erfahre, einzubringen.

Meine täglichen aktuellen Arbeiten „am Volk“ sind allerdings nirgendwo zu finden. Ich hoffe, ich finde die Kraft, diese Arbeiten in diesem Tagebuch einigermaßen regelmäßig zu dokumentieren.

Ich pflege derzeit 24 Völker incl. diesjähriger Ableger. Von 17 Völken erntete ich Anfang bis Ende Mai ca 350 kg Honig. Schon während der Ernte kam aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit – es hatte den halben April und ganzen Mai hindurch nicht geregnet – zu einer Trachtpause, die im Prinzip bis heute anbhält. Die Honigvorräte, die ich den Bienen gelassen hatte, schmelzen dahin. Einem Volk musste ich sogar (vor ca. 2 Wochen) Honigwaben aus einem anderen Volk geben, damit es nicht verhungert.
Heute finden die Bienen etwas Brombeerblütennektar und -pollen (orangefarben). Aus unbekannten Gründen meiden sie die reichlich vorhandene Wiesenscabiose, Flockenblume, Kornblume und Klatschmohn. Dort sind fast ausschließlich tausende Hummeln zu sehen.

Gestern zeichnete ich die Jungkönigin aus Volk 24 (weiß). Volk 23, von dem ich ebenfalls die Kö zeichnen wollte, war offenbar weisellos. Ich hatte vor Wochen (Anfang Mai) von diesem Volk einen Ableger samt Kö gemacht. Dann schwärmten die geschlüpften Jungköniginnen. Eine Kö konnte ich für mich „retten“, indem ich ein weiteres Jungvolk bildete. Die Jungkönigin des Muttervolkes kam wohl vom Hochzeitsflug nicht zurück. Ich hängte eine Wabe mit Weiselzellen aus Volk 5 ein. Ich fand später auch die junge Weisel, die hier entstand, aber gestern fand ich nichts mehr: keine Brut! Ich hänge vom Volk 8 eine Testwabe (mit Stiften) ein.

Letztes Jahr hatte ich mit V3 dieses Problem, mehrere Anläufe zu benötigen, bis das Volk endlich wieder weiselrichtig war; diesmal ist V23 (ehem. V8) mein Problemkind.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Vermehrung eines Bienenvolkes

Langsam wurde es Zeit, die Völker nach Weiselzellen abzusuchen, sonst verliere ich noch meine besten Königinnen. Also öffnete ich mein bestes Volk 9 und fand auf Anhieb auf 5 oder 6 Waben jeweils 2 – 3 offene Weiselzellen. Da ich fürchtete, dass die Königin bereits mit einem Teil des Volkes geschwärmt sein könnte – ich fand im Brutbereich leere unbestiftete Areale, also plante die Kö schon länger den Abflug – durchsuchte ich die Waben sorgfältig. Nach über einer Stunde (!) fand ich sie endlich und zeichnete sie grün für 2009. Dann machte ich eine Schwarmvorwegnahme, indem ich von 3-4 Waben die Bienen in in einen Ablegerkasten mit Futterwaben, Leerwaben und Rähmchen mit Anfangsstreifen fegte und die Weisel zusetzte. Ich brachte dieses neue Völkchen 9 zum Außenstand „Tannenschonung“. Dann machte ich einen weiteren Ableger mit einer Wabe, an der mehrere Weiselwiegen hingen, Futterwaben usw.. Diesen Ableger brachte ich noch etwas weiter weg (Kiefernwald). Mit ihm möchte ich das varroaträchtige Volk 21, das vorher entweiselt wird, vereinigen.
Danach prüfte ich noch die Völker 1, 10 und 14. Sie hatten allesamt noch keine Weiselzellen angelegt.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen