Königinnenzucht

Gestern beim Belegstellenfest Börfink traf ich einige erfahrene Imker, denen ich meine Erlebnisse mit Nachschaffungs- und Schwarmköniginnen erzählte. Sie gaben mir eine ganz anderer Antwort, als jene, die mich von der wahrscheinlichen Minderwertigkeit der Nachschaffungsköniginnen überzeugt hatten. Ich lernte, dass Nachschaffungsköniginnen sehrwohl sehr gute Königinnen seien, wenn man nach 7 Tagen der Weisellosigkeit des Ablegers die verdeckelten Weiselzellen ausbreche und die unverdeckelten belasse. Die verdeckelten Weiselzellen stammen von älteren Larven als die unverdeckelten. Daher könne man davon ausgehen, dass die Königinnen, die aus den nach 7 Tagen Weisellosigkeit unverdeckelten Weiselzellen hervorgehen, sehr gute sind. Der ratgebende Imker erzählte, er verfahre seit 30 Jahren erfolgreich nach dieser Methode.
 
Da mein Volk 3 (1.2) "zufällig" an ebendiesem Tage 7 Tage weisellos war, brach ich noch an demselben Tag die verdeckelten Weiselzellen heraus. Da ich sie nicht zerstören wollte, machte ich mir in einem kleinen 1-Waben-Begattungskästchen winzige Ableger mit einer Hand voll Bienen, in den ich die verdeckelten Weiselzellen flach hineinlegte. Mal sehen, ob sie zum Schlupf kommen. Ich hätte dann eine Ersatzkönigin.  
 
Die beiden neuen Miniableger haben die Bezeichnungen 1.3 und 2.3
 
Heute gegen 17.00 Uhr beim Spaziergang in die Umgebung vernahm ich erstmals seit 35 oder gar 40 Jahren wieder ein deutliches Summen in den umliegenden Rapsfeldern. Es war die reine Freude, diese vielen tausend Bienen in den Feldern zu hören – und einige hundert zu sehen! Offenbar haben die Bienen heute einen Trachtwechsel vollzogen: vom Weißdorrn zum Raps. Ich vermute, dass der Raps aufgrund der Trockenheit zu wenig honigte, sodaß die Bienen den Weißdorn bevorzugten. Nach dem Regen vor 3 Tagen (oder wars vorgestern?) kann nun der Raps, obwohl er langsam verblüht, genug Nektar produzieren. Die Bienen flogen wie besessen – allerdings nur bis etwa 19.00 Uhr. Dann liegt der Gartern im Schatten und die Bienen machen Feierabend.
 
Im Ablegervolk 8 (6.2) am Außenstand gabs heute einen Ameisenüberfall. In der Beute waren mehr kleine schwarze Ameisen als Bienen. Ich spritzte die Ameisen mit Wasser aus der Futterkammer heraus und stellte die Beute dann auf 4 Holzklötze in wassergefüllten Untersetzer. Ein Tropfen Spüli im Wasser verhindert, dass die Ameisen eine Brücke übers Wasser bauen. Zur Abschreckung der Ameisen und der Milben legte ich einen Plättchen ApiLifeVar in die Nähe der (leeren) Futterkammer. Das Völkchen trug derweil weiter fleißig Pollen und Nektar ein.             
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